Schiffstagebuch der SY AZZURRA
Wir schreiben das Jahr 2012

Freitag, 18.05.2012
Heute morgen haben sich in der Nähe des Tavolara Delfine von uns verabschiedet. Statt vorhergesagten 2-3 Bft hatten wir irgendwie viel mehr Wind und sind mit raumen Kurs mit über 7kn dahingerauscht. Beim Queren des Verkehrstrennungsgebietes hat sich keine Fähre in unsere Nähe getraut. Nun ankern wir in der Cala Banana und haben schon an der Strandbar nen Cappu und auch Aperol-Spritz genießen können. Die Woche ging viel zu schnell vorbei. In dieser Woche hatten wir die Gelegenheit andere Schiffe und Skipper kennenzulernen und wir können nur empfehlen: Book with Birgit! Simone aus der Schweiz (Deutschland), Stefania aus der Schweiz (Italien), Geoffrey aus der Schweiz (USA).

Mittwoch+Donnerstag,16.05.+17.05.2012
Aufgrund von Mistral wurden wir gezwungen im Hafen von La Caletta zu bleiben. Unser Landausflug zur mittelalterlichen Burg in Posada am Strand entlang war stürmisch und wunderschön. Am Abend haben wir uns beim Agritoristico die Bäuche vollgeschlagen ( 17 Gänge). Unsere supernette Kellnerin Angela, hatte immer ein Lächeln im Gesicht, auch wenn sie oft laufen musste, damit unsere Weingläser nicht leer blieben. Im Anschluss konnten wir bei Salsamusik eine HALBEN Männerstripp auf der Schiff Osiride begutachten.
Heute führte uns der Weg zurück ins Tavolara-Gebiet, leider verließ uns am Ende der Wind. Wir  haben dann zusammen mit der Osiride gegrillt, eine superleckere Dorade...Kurzfristig bekamen wir noch Besuch von einem neben uns ankerndem Boot mit internationaler Crew: Schweizer, Ost- und Westdeutsche. Nun freuen wir uns auf eine endlich mal ruhige Nacht in einer superschönen Bucht und auf ein neues Segelsetzten nach dem Frühstück morgen.

Dienstag, 15.05.2012
Nach erfrischendem Bad im Meer und erneutem gemütlichem Frühstück in traumhafter Bucht, hat Stefania ihre ersten 2 Wenden Richtung La Caletta gesteuert, durch wildes Felsengewirr. Nach der 2. Wende ließen wir unser Nachbarschiff weit hinter uns. Die Regatta wurde durch die AZZURRA erfolgreich mit über 2 Stunden Vorsprung gewonnen (28sm gekreuzt in 6:10 h, diesmal ohne Magen- oder sonstigen Verluste). Nach perfektem Parkieren, trotz starkem auflandigen Wind, genossen wir bei Sonnenschein den wohlverdienten Aperol-Spritz und dabei durften wir feststellen, dass unsere Skipperin besondere Fähigkeiten hat und nicht wie das nachfolgende französische Schiff den Steg mehrfach rammte und ein Fenster dabei zu Bruch fuhr. Es war ein anstrengender und erlebnisreicher Segeltag, der dann beim Meiern mit der benachbarten Crew ausklang, nachdem wir unserem Geoffrey ein Geburtstagsständchen gebracht hatten
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Montag, 14.05.2012
Endlich  konnten nach erfolgreicher Cloeinweisung und nochmaliger Besorgung des Anlegeschluckes (Aperol) von  Olbia starten. Wir hatten viel Wind und Welle, hatten diese aber fest im Griff, aber trotz Superknoten haben wir eine befestigte Leine verloren, die dann viel zu schnell unterging. Nach dem heißen Wellenritt liegen wir nun in einer wunderschönen Bucht. Dann ging es an das Sezieren der Calamaris, die dann auf dem Bordgrill mit Gemüse landeten. Nun genießen wir die Abendstimmung und freuen uns auf morgen.

Sonntag, 13.05.2012
Restliche Crew ist nicht aufgetaucht, damit sind wir also vollständig. Der Mistral hindert uns an dem Start in das schöne Maddalena-Achipel, also versuchen wir morgen Richtung Süden zu fahren und hoffen, dass uns der Wind morgen beisteht. Die Schiffseinführung haben wir gut überstanden und wissen nun auch, dass in einer heiklen Situation mit Bolzenschneider der Mast seemännisch verklappt werden kann und die unsachgemäße Toilettenbenutzung zum Sinken des Schiffes führen kann. Cloeinweisung erfolgt nun doch erst morgen (hier im Hafen liegen wir direkt vor dem 5*WC). Erste Verluste mussten wir auch schon hinnehmen, Stefanias Lieblingshandtuch ist schon hier im Hafen verweht worden. Verhungern müssen wir auch nicht, das Curry der Skipperin war sterneverächtig
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Samstag, 12.05.12
Crew noch unvollständig, es fehlen noch 2 Mitsegler, große Überraschung ob und wann und wie sie sind. Sonst segeln wir halt zu viert. Die Wettervorhersage ist nicht so toll, zuuuuu viel Wind, also hoffentlich irrt sich der Wetterbericht, werden versuchen südlich von Olbia Sardinien unsicher zu machen.

FAZIT:
Eine tolle Woche in der wir (die Crew) viel über Seemannschaft, Ankern, Bootsführung etc. gelernt und Birgit (Skipperin) erfahren hat was passiert, wenn die Tabletten bei der Crew abgesetzt werden.
Trotz alledem hat sie uns mit einem riesigen Erfahrungsschatz, Witz, Humor und gutem Essen durch die Costa Smeralda geführt. Wir waren auf einem sehr gepflegten Schiff unterwegs und haben jede Minute genossen.
Herzlichen Dank an Birgit und Crew.
Kristina, Andreas,Jürgen und Robert

12.5.2012 TIME TO SAY GOODBYE
Nach einer solchen Woche glaubt man keine Überraschungen mahr erwarten zu können. Aber es geht und der letzte Morgen hat es in sich: Kristina und Andreas bestehen die Weisswurstprüfung und sind vor 12 Uhr wach und stehen auch noch auf!

11.5.2012 PERFORMING
Der letzte Segeltag bringt uns zurück nach Olbia. Das Wetter istruhig und wir cruisen durch die glatte See. Zeit, dass die Crewnovizen in die Geheimnisse des Doppelkopf spielen eingewiesen werden.
In der Marina von Olbia beweist Kristina, dass Frauen mit allem was fährt vorwärts, seitwärts und auch rückwärts einparken können, auch wenn diese zeitweise die Angstschweissperlen auf Birgits Stirn treibt. Perfektes Anlegemanöver!

Donnerstag, 10.5.2012 FORMING
Strenger Morgenappell (Kontrolle der Fingernägel), erneutes Duschen und Vorbereitungsmaßnahmen für die Rettung einer befreundeten Yacht nach Motorschaden. Unter Einsatz aller Kräfte und Bedrohung durch Megafähren bringen wir das Schiff in internationale Gewässer. Nach der extremen Anstreungung fällt die Belastung von derCrew und endlich kommt es auch zu negativer Diskriminierung. Es werden Komplimente ausgetauscht, was ein Novum darstellt. So langsam öffnet sich die Crew und spricht über innere Bedürfnisse Penisneid, "Du schrubbst das Deck und ich peitsch Dich dabei aus, wenn Du das möchtest" etc. Ebenfalls wird der Kauf von 500 m Klarsichtfolie für Bodywrapping erörtert. Hierzu ist allerdings eine Einlage in die Bordkasse notwendig. Der Abend klingt versöhnlich in Porto Cervo aus, obwohl die Folie nicht genehmigt wird.

Mittwoch, 9.5.2012 MOBBING
Ein morgendliches Bad war notwendig um die Crew wieder auf die Beine zu bringen. Unglücklicherweise funktionierte der Windgenerator nicht an diesem Tag und wir fuhren unter Motor nach Bonifacio. Unter gleissender Sonne passierten wir die Grenzkontrollen auf See und meisterten die hoch komplizierte Anfahrt auf den südlichsten Hafen Frankreichs. Die Hafeneinfahrt wird hingegen maßlos überschätzt. Deshalb war bei der Crew auch genügend Energie vorhanden, einen Ausflug mit dem Dingi in die Grotten, Höhlen und unbekannten Strände der Umgebung zu machen. Jürgen hat dabei sein Traumhaus, die anderen ihre Traumyacht und Robert seine Traumyachtpoliererin und eine Verletzung am Zeigefinger (Schlangen- oder Haifischbiss) entdeckt. Duschen war nur unter olympischen Wettbewerbsbedingungen möglich. Die Hafenaufsicht bestand auf den offiziellen Schließzeiten um 18 Uhr. Das hat auch nicht zur Erheiterung beigetragen. Abends Erfahrungsaustauch mit der Crew von Klaus! Die haben zwar Duschen wir aber haben Spaß!

Dienstag, 8.5.2012 NORMING
Wieder nach einer kurzen Nacht und einem erfrischenden Bad im Meer stand weiteres Training auf dem Tagesplan. Nach dem x-ten Manöverkreis, hingen die sensiblen Mägen eine Etage tiefer, der Obst- und Alkoholvorrat erreichte einen Tiefstand. In sagenumwobener Umgebung wurde in einer Bucht der Insel Lavezzi geankert. Dort finden seit Jahrhunderten die Seelen von 750 Schiffbrüchigen keine Ruhe. Mit den gespenstischen Geräuschen im Hintergrund versuchten diejenigen die ihr Hab und Gut letzte Nacht verloren haben, ihr Glück herauf zu beschwören und alles zurück zu gewinnen. Leider haben sie nur an Erfahrung gewonnen! Die Stimmung erreichte einen neuen Tiefpunkt. Es war vorhersehbar, dass ein Angriff mit Wasserbomben auf ein benachbartes Schiff fehlschlug und nur zu Wasserflecken im Wurzelchakra der Skipperin führte.

Montag, 7.5.2012 STORMING
Wir verlassen unseren Ankerplatz und nehmen Kurs auf die hohe See. Zur Freude der Skipperin sind endlich alle an der Leine (Lifebelt) und machen sich bereit für Sturmböen und heftige Wellen. Unter Androhung von Peitschenhieben, die an den Mast gefesselt verabreicht werden sollen, wird die Mannschaft gefügig gemacht. Nebenbei haben wir einen Kollegen von Birgit (Klaus) ordentlich versägt, einen Bären aufgebunden bekommen (Capo d'Orso) und versucht Fähren zu entern (hat nicht geklappt). Nach dem Ankern in der lauschigen Bucht Stagno Torto wird eine Delegation zur Landerkundung ausgesetzt. Nach dem leckeren Essen - von Skipperin Birgit zubereitet - wurden wir in die Kunst des Lügens eingewiesen: wir spielten Mäxchen! und verloren Haus und Hof. Die Stimmung litt unter den Verlusten.

Sonntag, 06.Mai
Kristina, Andreas, Jürgen und Robert treffen sich zu einer Woche Skippertraining bei Birgit!
Nachdem wir gestern ordentlich Vorräte gebunkert haben, die erste Nacht mit allen Nebengeräuschen (Nachbarn, nasale Schlafgeräusche, Baulärm ...) gut überstanden haben, geht es heute auf große Fahrt. Halt stopp, zuerst noch die Schiffseinweisung und Mannschaftseinteilung. Paare werden getrennt und in neuen Konstellationen zusammen gewürfelt.
Skipperin Kristina führt uns sicher aus dem Hafen und zu unserem späteren Ankerplatz Cala di Volpe. Dazwischen macht sich die Crew mit dem Schiff vertraut. Bei der anschließenden Kapumfahrung (Cap Figari) zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen der bereits zwei Stunden dauernden Fahrt ...
Unter fachkundiger Anleitung (wenn Du den Kurs so fährst wie Du Segel gesetzt hast, wird es auch was ...) konnten schwierige Wetter- (Flaute) und Segelbedingungen (Flaute) gemeister werden.
In der abendlichen Nachbesprechung konnte jeder über seine schönsten Momente des Tages sprechen und auch was ihm nicht so gut gefallen hat. Alle (außer Kristina) wollen versuchen nicht mehr diskriminierend zu formulieren. Andreas hat festgestellt, dass er noch nicht so viel abgespült hat (in Wahrheit noch gar nicht). Das hat Andreas dann nachgeholt. 
Alles in allem ein harmonischer Tag. Robert

Freitag der 13. April
... und es stürmt und regnet hier. Frank mit seiner Loup de mer liegen sicher im Hafen, aber bei dem Wetter steckt man die Nase nicht raus. Aber auch im Innenbereich gibt es ja jede Menge Arbeit ...

29. März
Arbatax (Sardinien) hat uns (Anja und Birgit) wieder und es wartet 'ne Menge Arbeit - aber die liebe Sonne scheint ... fallen am Abend tot in die Koje.
Anja: "ARBEIT, nichts als Arbeit."
Helge (aus der Ferne): "Stellt euch nicht so an ;-)"

19.03.2012
In einer Woche bin ich schon auf dem Weg nach Genua zur Fähre. Frank von der Loup ist schon seit gestern auf seinem Schiff...ich will auch....und heute ist hier in Oberbayern Schneeregen - sowas braucht kein Mensch, lieber Sonne. Mein Kollege Klaus von der Nimba fährt heut Richtung Bonifacio...da kommt schon a bissle Neid auf...aber ich bin ja bald auch wieder mit dabei...

25.02.2012
Wow - Frauenpower, nun steht fest: Wir fahren mit bei dem Bavaria-Cup 2012 - ich freu mich riesig...nächste Woche mach ich die Anmeldung fertig ...

20.02.2012
Fast alle Teile sind bestellt, ich hoffe ich hab nichts vergessen...mein Windgenerator sieht im Paket toll aus, und vielleicht auf dem Schiff ja auch... Hier sollen künfig täglich kleine Infos für die Daheimgebliebenen stehen, wo wir uns gerade rumtreiben, wie die Stimmung und das Wetter ist, naja, was man halt so anderen mitteilen möchte. Ich hoffe, dies werden hauptsächlich die Gäste übernehmen. Dann gibt es künftig auch nen "SOD" (nicht Skipper of the day, sondern Schreiberling des Tages:-))) Ich freu mich auf die neue Saison und auf euch - das Meer ruft'!!!! Bis bald. Eure Birgit